Weizenfeld

Pestizide, oft auch als Pflanzenschutzmittel bekannt, sind chemische Hilfsmittel um unerwünschte Insekten, Pilze etc zu beseitigen, zB mit Insektiziden für Insekten, Fungiziden für Pilze oder Herbizide gegen Unkraut. Doch diese chemischen Mittel sind nichts anderes als pures Gift! Dennoch wird es in der Landwirtschaft eingesetzt und so kommen auch wir täglich damit in Kontakt. Warum wir bzw. die Landwirtschaft sofort auf Pestizide verzichten sollte, erkläre ich dir hier.

 

1.) Pestizide lassen sich nicht Abwaschen

Nicht alle Pestizide sind gleich, so haften einige nur an der Schale vom Obst und Gemüse, andere dringend jedoch in die Schale ein und verteilen sich so im ganzen Lebensmittel. Durch WAschen lassen sich nur 50 Prozent der Pestizide entfernen, der Rest bleibt. Ein Schälen des Gemüse oder Obstes reduziert die Rückstände, doch stecken vorallem in der Schale die meisten Nährstoffe.

 

2.) Pestizide bleiben in der Umwelt

Die meisten Pestizide lassen sich noch Monate später in der Erde nachweisen, den sie zersetzen sich nur sehr langsam. Dadurch gelangen sie in Bäche und Seen und in die Nahrungskette von vielen Insekten und Fischen. Einige Pestizide gelangen sogar ins Grundwasser und werden so von uns direkt übers Trinkwasser aufgenommen

Pestizide werden meist großräumig verteilt

Pestizide werden meist großräumig verteilt

3.) Pestizide töten Bienen und andere Insekten

Wie eingangs beschrieben sind Pestizide Gifte, und Gifte machen keinen Unterschied zwischen Schädlingen und Nützlingen. Seit 1989 ist die Insektenvielfalt um ganze 75 Prozent zurückgegangen! Wie wir alle wissen, bestäuben Bienen und auch andere Insekten einen Großteil der Pflanzen und sorgen so für unsere Nahrung. Weiters sind sie Futter für andere Tiere wie Fische, Frösche und Vögel. Dies bedeutet, dass auch diese Lebewesen sich andere Nahrungsquellen suchen müssen. Wie wir dem Insektensterben entgegen wirken können, habe ich bereits hier beschrieben. Natürliche Tipps gegen Unkraut gibts hier.

 

 4.) Pestizide fördern Monokulturen

Durch die Vernichtung von Unkraut und unerwünschten Pflanzen wachsen immer nur die gleichen Pflanzen auf den gleichen Feldern. Da die meisten Insekten totgespritzt sind, entwickeln sich nun neue Schädlinge die gegen die Pestizide unschädlich sind und keine Feinde haben. Das heißt, es muss nochmehr und noch starker gespritzt werden, um diese Schädlinge wieder zu vernichten. Durch diese Monokulturen wird auch der Boden ausgelaugt und andere Pflanzen können dort auch in Zukunft nicht mehr wachsen.

Monokulturen haben erhebliche negative Auswirkungen auf die Artenvielfalt.

Monokulturen haben erhebliche negative Auswirkungen auf die Artenvielfalt.

 

Doch was kann man nun dagegen tun?

Mein Apell, Bioprodukte kaufen so oft es geht. Denn chemisch-synthetische Pestizide sind für Bio-Landwirte verboten.  Eine nachhaltige Landwirtschaft arbeitet mit organischen Düngern wie Humus, Kompost, Wolle oder Hornspänen.  Gegen Schädlinge werden anstatt Pestiziden Nützlinge wie Marienkäfer eingesetzt. Die Artenvielfalt ist bei Bioflächen größer und differenzierter. Es werden oft Wildpflanzen zwischen Baumreihen gepflanzt. Dies lockt nützliche Insekten und Vögel an und macht den Boden wieder fruchtbarer und nährstoffreicher. Weitere Tipps findest du hier.

Wenn es dir irgendwie möglich ist, nutze deine Stimme beim Einkaufen und unterstütze eine nachhaltige Landwirtschaft in Form von Bioprodukten.