selbstgemacht

Auf der Suche nach einer plastikfreien Alternative für eine Haarspülung bin ich vor Jahren auf das Thema „saure Rinse“ gestoßen. Seither nutze ich keinen gekauften Conditioner, keine Spülung oder ähnliches für meine, doch sehr widerspenstigen, Haare. Saure Rinse ist mein Zaubermittel für leicht kämmbares, glänzendes und gesundes Haar.

Was ist eine saure Rinse?

Die Bezeichnung leitet sich vom Englischen „to rinse out“ her, was so viel wie ausspülen bedeutet. Diese Art der Spülung ist gleichzeitig auch ein Entkalkter für die Haare und eignet sich für alle Haartypen. Eine saure Rinse kann die normale Spülung nach dem Haarewaschen ersetzen. Doch im Gegensatz zu herkömmlichen Spülungen verzichtet sie komplett auf Zusatzstoffe und Chemie, und kann noch dazu plastikfrei erworben werden!

Wie wirkt die saure Rinse?

Jedes Haar besteht aus Keratin und wird von einer Schuppenschicht umschlossen. Diese Schicht schützt das Haar vor äußeren Einflüssen wie Sonne, Chemikalien und Hitze. Um so mehr das Haar diesen Einflüssen ausgesetzt ist, umso rauer und matter wird das Haar, da sich diese Schuppenschicht „aufstellt“. Ist die Schicht mal „aufgestellt“, ist es recht schwierig, diese wieder zu verschließen. Auch zu heißes Wasser beim Haarewaschen kann die Kopfhaut und die Haare durcheinander bringen. Die saure Rinse gibt dem Haar wieder mehr Geschmeidigkeit und einen natürlichen Glanz. Dies kann, aufgrund der durch Silikon geschädigten Haare, jedoch bis zu 6 Monate dauern. Daher ist die saure Rinse vor allem bei trockenem Haar empfehlenswert, da diese besonders aufgeraut, häufig splissig und brüchig ist. Der Essig legt sich schützend um die einzelnen Haare, wodurch sie weich, gut kammbar und glänzend werden. Ist die Schuppenschicht geglättet, reflektiert sie ebenfalls mehr Licht als eine raue, weshalb die Haare mehr glänzen.

Bei fettigem Haar empfehle ich die Rinse kurz in die Kopfhaut einzumassieren, damit die natürliche Säure die Kopfhaut in ihrem pH-Wert regulieren und eine übermäßige Talgproduktion unterbinden kann. 

Neben der sauren Rinse, gibt es auch eine kalte Rinse. Diese besteht nur aus kaltem Wasser. Die kalte Rinse hilft, die Schuppenschicht wieder zu verschließen und macht die Haare leichter kämmbar. Bei mir wirkt die Kombination aus saurer Rinse mit kaltem Wasser jedoch um einiges besser! 

Anwendung der sauren Rinse

Ich habe immer eine Apfelessig-Flasche und einen ca. 5 Liter Behälter im Badezimmer stehen. Ich fülle den Behälter mit kaltem Wasser und einem Schuss ( 1 – max. 2 Esslöffel) Apfelessig. Ihr könnt das ganze auch in einer alten Flasche mischen. Nach dem Haarewaschen gieße ich die saure Rinse über meine Haare. Die saure Rinse muss nicht ausgespült werden. Ich spüle aber nochmals kurz mit kaltem Wasser nach. Keine Angst, du riechst danach nicht wie ein halbfertiges Salatdressing, der Geruch ist sofort verflogen!

Ich mach die saure Riese nach jeder Haarwäsche, bereits seit Jahren und bin immer noch begeistert! So einfach und unkompliziert!