Fairreisen: Urlaubszeit ist die schönste Zeit. Wir verbringen Zeit mit unseren Liebsten an den schönsten Flecken der Welt. Damit wir auch noch möglichst lange etwas davon haben, zeige ich dir hier ein paar einfache Tipps wie du auch deinen Urlaub nachhaltiger gestalten kannst. 

Nur keine Angst, ich stell hier keine Verbote auf und empfehle dir zukünftig nur mehr an Baggersee im Nachbarort zu fahren. Es gibt auch Möglichkeiten wie du deine Traumreise erleben kannst und trotzdem tolle, nachhaltige Erfahrungen machst. 

Fairreisen – Vor der Reise 

Reiseziel bestimmen

Das ist wohl eine der schwierigsten Entscheidungen, wo soll es hingehen? Wenn einem die ganze Welt zu Füßen liegt, ist die Auswahl gar nicht so einfach. Vorab finde ich, solltest du dir wirklich Gedanken machen, ob du fliegen, fahren oder mit dem Zug anreisen möchtest. Versteh mich nicht falsch, ich bin kein Verfechter von Flugverboten, aber ich finde man sollte sich gut überlegen, ob man für ein paar Tage ans Ende der Welt fliegt. Oder gibt es auch in der Umgebung ein tolles Urlaubsziel? Generell bin ich der Ansicht, dass man mind. so viele Tage wie Flugstunden in dem Land verbringen sollte. Ich befürchte auch, dass wenn wir plötzlich alle nicht mehr fliegen, viele Inseln, die vom Tourismus leben plötzlich schlecht dastehen. Das ist aber auch keine Freikarte für Flugreisen. Ich für mich, habe entschieden, dass ich wenn möglich, nur 1 Flugreise im Jahr antrete. Da ein Teil meiner Familie in Amerika lebt, ist das gar nicht so einfach zu handeln. 

Bist du schon mal mit dem Zug verreist? Ich bin mit der Transsibirischen Eisenbahn quer durch Russland, ich kann dir versprechen, das ist Entschleunigung auf höchstem Niveau. Dabei geht es nicht so sehr ums Ankommen, die Reise an sich ist auch schon ein kleines „Reiseziel“. 

Nachhaltig unterwegs
Nachhaltig unterwegs

Warst du schon mal in der Schweiz? Oder in Österreich? Wie sieht es mit Sylt aus? Wahrscheinlich gibt es auch in deiner näheren Umgebung tolle Plätzchen, die es lohnt erkundet zu werden!

Drucke dir deine Flugtickets, genauso wie Bahntickets etc. nicht aus, sondern lade sie ganz bequem aufs Handy.

Flug kompensieren

Wenn du doch mal das Flugzeug nutzt, gibt es verschiedene Möglichkeiten die CO2 Emission des Fluges zu kompensieren. Dazu gibt es einen Rechner auf den Seiten, die den CO2 Ausstoß berechnen und setzen dafür Bäume. Es macht das Fliegen nicht besser, aber es ist zumindest eine kleine Wiedergutmachung. (z. B. myclimate oder Atmosfair).

Die Unterkunft

Ich liebe kleine, feine und persönlich geführte Unterkünfte. Meist buche ich ein Zimmer mit Frühstück in einer Pension oder einem kleinen Hotel. Vielleicht findest du sogar ein Hotel das eine nachhaltige Zertifizierung hat oder auf biologische Lebensmittel setzt. Kleine, lokal geführte Unterkünfte sind aus meiner Sicht immer großen, internationalen Ketten vorzuziehen. So unterstützt du mit deiner Übernachtung lokale Unternehmen und schläfst so auch nachhaltig und trägst eine gewisse gesellschaftliche Verantwortung. Du bist näher an deiner Urlaubsregion und bekommst meist Tipps aus allererster Hand. 

Fairreisen – Während der Reise

Transportmittel vor Ort

Brauchst du vor Ort auch ein Transportmittel? Gibt es andere Alternativen als ein Mietauto zum Fairreisen? Wie wär es mal mit dem Fahrrad? Bus oder Zug? Ich bin mal einen ganzen Urlaub nur mit Fahrrad und öffentlichen Bussen gefahren – es waren zwar kleine Inseln, aber trotzdem hatten wir die Wahl und sie definitiv nicht bereut! Ein ganz neues Urlaubserlebnis, wenn du zum nächsten Strand mit dem Fahrrad anstatt mit dem Auto anreist! Wie gesagt, wird auch hier die Anreise ein kleines Erlebnis! Man ist näher am Strand, kann nette Abkürzungen fahren und entdeckt so komplett neue Abschnitte, die weder Tripadvisor noch LonelyPlanet kennen! 

Fairreisen - nachhaltig unterwegs
Fairreisen – nachhaltig unterwegs

Essen und Trinken vor Ort

Auch hier gilt – Lokal ist besser als international. Du reist doch nicht in Urlaub um dann Schnitzel mit Pommes zu essen. Ich liebe es kleine, feine, lokale Restaurants zu testen. Ich bevorzuge Unterkünfte nur mit Frühstück, damit ich abends die lokalen Restaurants besuchen kann. Meist bitte ich meine Gastgeber um Tipps und bin damit noch nie schlecht gefahren. Traditionelle Gerichte bieten dir meist ein neues Geschmackserlebnis und du kommst mit Einheimischen ins Gespräch. Die Esskultur ist für mich ein nicht unwesentlicher Teil bei der Entscheidungsfindung. 

Müllfrei vor Ort

Ich probiere auch hier möglichst auf Plastik und zusätzlichen Müll zu verzichten. Bei Tagesausflügen habe ich meine Wasserflasche, ein kleines Stoffsäcken, Stoffserviette und mein Metallbesteck dabei. Eis bestelle ich in der Waffel und ohne Plastiklöffel. Bei Wanderungen und Spaziergängen sammle ich Müll und entsorge diesen dann fachmännisch. Im Supermarkt achte ich auf regionale Marken, kaufe das Obst und Gemüse der Saison und wenn möglich unverpackt. Achte auch bei deiner Körperpflege darauf, dass du müllfrei unterwegs bist und keine Chemie ins Wasser kommt. Daher nutze ich Bio-Seifen ohne Mikroplastik.

Lunchbox und Trinkflasche
Lunchbox und Trinkflasche

In der Unterkunft

Für das Leben in der Unterkunft gilt das gleiche wie zu Hause. Licht ausschalten wenn man es nicht braucht, sparsam mit Wasser umgehen (vor allem auf Inseln und im Süden) und Bettwäsche und Handtücher nur wechseln lassen wenn es wirklich notwendig ist. Brauchst du die Badelatschen vom Hotel oder reichen dir deine mitgebrachten FlipFlops? Anstatt der verpackten Seife und Haarshampoo, verwende deine eigenen mitgebrachten Seifen und spare so überflüssigen Plastikmüll. Fairreisen geht so einfach.

Ausflüge vor Ort

Ausflüge vor Ort gehören zu jeder individuellen Reise dazu. Oft werden solche Ausflüge auch von einem Reiseveranstalter oder gar von deiner Unterkunft angeboten. Bitte sei aber vorsichtig und informiere dich davor, was wirklich angebracht ist und was nicht. Touren zu seltenen Wildtieren mit Streicheleinheiten sind nicht nur gefährlich sondern auch schlecht für die Tierwelt. Oft werden Tiere wie zum Haie zum Haitauchen künstlich mit Fleisch an die Küste gelockt, damit Touristen für viel Geld mit ihnen in einem Haikäfig tauchen können. Doch sind die Haie erst mal an der Küste, sind die Badegäste einfach gesagt eine leckere Abwechslung. Besuche zu Einheimischenstämmen, die wie Tiere im Zoo vorgeführt werden ist ebenfalls ein No-Go. Besuche lieber öffentliche Nationalparks und Aufzuchtstationen, hier werden die Eintrittsgelder wieder in neue Projekte reinvestiert. Achte beim Schnorcheln und Tauchen darauf keine Korallen zu zerstören. Ein kleiner Tipp mit großer Wirkung, normale Sonnencreme enthält Mikroplastik, dass beim Baden direkt ins Meer geht. Weiters hinterlässt sie einen Öl-/Schmierfilm der den Meerestieren und Korallen schadet. Daher am besten eine biologisch abbaubare Sonnencreme verwenden. Mein Favorit ist diese chemiefreie Creme

Trinkgeld

Jetzt wirst du dich vielleicht fragen, was es bitte mit Trinkgeld und Fairreisen auf sich hat. Leider geben wir oft viel zu viel Trinkgeld, gerade in südlichen Ländern. Uns erscheint es vor Ort meist sehr günstig zu sein und der eine Euro mehr oder weniger tut uns nicht weh. Doch gerade dieser eine Euro ist in manchen Urlaubsdestinationen ein Vielfaches mehr wert als bei uns. Je nach Land wird das Trinkgeld unterschiedlich gehandhabt. In einigen Urlaubsländern ist es bereits in der Rechnung inkludiert, in anderen wiederum nicht. Das größte Problem von zu viel Trinkgeld ist, dass Einheimische merken, wie locker das Geld in den Hosentaschen der Touristen sitzt. Die Folge sind nervige Betrügereien, Abzocken und Tricks um an das Geld der Gäste zu kommen. So kommt es, dass man sich in manchen Ländern nur mehr als laufender Geldsack fühlt. Wenn du etwas Gutes tun und dein Geld gerne in der Region spenden möchtest, informier dich online oder frag am besten deinen Gastgeber. Je nach dem gibt es Suppenküchen, öffentliche Nationalparks oder Kinderheime die sich sicher sehr über eine Unterstützung freuen! 

Mitbringsel

Wer kennt sie nicht die „I love NY“ und „Someone who really loved me brought me this Shirt from …“. Viele Souvenirs sind meist billig in China produziert, ins Urlaubsland geschifft und dort teuer verkauft. Wirkliche Freude macht man damit wohl niemanden. 

Meine Empfehlung für Souvenirs ist zuerst mal die Hinterfragung generell. Muss ich wirklich jedem etwas mitbringen? Dann schau dir das Handwerk vor Ort an: Was gibt es nur hier? Was wird regional und lokal hergestellt und verkauft? Wie wärs mit liebevoll handgefertigten Seifen, kunstvolle Holzdosen zur Schmuckaufbewahrung oder exotischen Gewürzmischungen?

Feste Seife eignet sich auch perfekt als Geschenk!
Feste Seife eignet sich auch perfekt als Geschenk!

Fairreisen – Nach dem Urlaub

Bewertung schreiben

Teile deine Erlebnisse auf den beliebten Bewertungsplattformen und unterstütze so lokale Unterkünfte noch mehr Besucher zu bekommen. Stelle ein paar authentische Fotos online, damit andere Interessierte sofort sehen was sie erwartet. 

Fotoalbum

Auch beim Fotoalbum für deine Freunde gibt es verschiedene Möglichkeiten. Schau ob es eine nachhaltige Alternative gibt, die auf recycling Papier und wenn möglich mit Naturfarben druckt. 

Ich hoffe es waren ein paar motivierende und inspirierende Tipps für dich dabei. Das ganze soll dich nicht abschrecken, sondern dir aufzeigen, dass du auch im Urlaub, das eine oder andere überdenken kannst um deinen Fußabdruck möglichst gering zu halten. 

Habe ich etwas vergessen zum Thema Fairreisen? Was ist aus deiner Sicht notwendig, um nachhaltig und fair zu verreisen?