Dein wahrer Wert

Bewusster Konsum: Buy less, choose well, make it last! Über diese Aussage stolpert man im Moment sehr häufig in diversen Social Media Kanälen. Minimalismus ist gerade super in, nachhaltige Themen boomen und gefühlt jeder Zweite arbeitet an einer Capsuale Wardrobe!

Klingt super, ist es auch! Doch was bedeutet es wirklich nachhaltig zu leben und bewusst zu konsumieren? Es ist definitiv mehr als nur eine Modeerscheinung und sollte uns ein Leben lang begleiten. 

Buy less, choose well, make it last!

Vivienne Westwod

Wenn wir nur das kaufen, was wir wirklich brauchen und das bewusst auswählen und es dann so lange wie möglich nutzen, können wir nicht nur notwendige Ressourcen sondern auch eine Menge Geld sparen!

Bewusster Konsum

Wir besitzen alle 1.000 von Dingen, die wir zum Großteil gar nicht brauchen. Wir werden über die Medien, Freunde und Familie dazu inspiriert immer mehr zu kaufen. Wir brauchen für jede Tätigkeit ein Gerät und für jedes Körperteil eine Creme. Mir kommt es oft vor, dass wir immer mehr vergessen unseren Verstand zu benutzen. Gibt es nicht schon etwas in meinem Haushalt, mit dem ich dieses Problem lösen könnte? 

Wir sollten anfangen auf der einen Seite unser Konsumverhalten zu ändern und auf der anderen Seite wieder anfangen, Dinge zu nutzen anstatt sie nur zu besitzen! Ich frage mich vor jedem Kauf, ob ich dieses Ding gerade WIRKLICH brauche? Oder gibt es irgendetwas zu Hause, das den gleichen Zweck erfüllen könnte? Oder könnte ich es sogar ausleihen? 

Mittlerweile gibt es schon viele Möglichkeiten bewusster zu konsumieren. Bioprodukte boomen, Fairtrade Zertifikate sind gut erkennbar und Ab-Hof-Verkäufe nehmen immer mehr zu. Sogar bei uns auf dem Land gibt es mittlerweile die ersten Versuche von sogenannten Unverpacktläden! 

Tipps für einen bewussten Konsum

Newsletter/Werbung abbestellen

Einer meiner ersten Schritte zu einem bewussteren Konsum war das Abmelden, fast aller Werbenewsletter! Nicht mehr regelmäßig die neuesten Angebote und Trends direkt in meinen Posteingang zu bekommen, hat mein Konsumverhalten schon extrem verändert. In weiterer Folge wurde mein Briefkasten mit einem „Keine Werbung“ Kleber versehen. Seither kommen auch auf diesem Weg keine Angebote mehr zu mir ins Haus! Ich spar mir dadurch nicht nur eine Angebotsüberflutung sondern auch eine Menge Müll! Unglaublich befreiend!

Die Pyramide des nachhaltigen Konsum

Make it last! 

Ganz nach dem Motto, make it last, versuche ich mittlerweile alle kaputten Geräte zuerst zu reparieren, bevor ich mich tatsächlich etwas Neues anschaffe. Mein Papa ist da ein wirklicher Held, der schafft fast alles wieder in Gang zu bekommen. Eine weitere Möglichkeit sind sogenannte Repaircafes, die bei uns monatlich stattfinden! 

Einkaufstrips vermeiden 

Ich habe einen recht guten Überblick über meinen Besitz und bin überzeugt, dass ich nicht viel brauche. Durch dieses Bewusstsein kann ich mittlerweile auch ohne Probleme durch ein Einkaufszentrum schlendern. Am Anfang würde ich das aber niemanden empfehlen. Wirst du dir gerade erst über dein Verhalten bewusst, vermeide am Anfang Einkaufszentren und Shoppingstrips mit Freundinnen, die Versuchung ist dann sicher sehr groß, einfach mal etwas zu kaufen! Zu Hause bereut man dann diese Impulskäufe meist! 

Regional und saisonal

Bei uns zu Hause hängt ein Obst und Gemüsekalender, so bekomme ich einen Überblick welche frischen Lebensmittel gerade regional angebaut werden. Dadurch erhältst du ein besseres Gefühl beim Einkaufen welche Lebensmittel aus der Region kommen und welche von weit weg importiert wurden. Somit kannst du regionale Bauern und Unternehmen unterstützen und setzt so ein Zeichen für bewussten Konsum! 

Saisonkalender Obst und Gemüse
Saisonkalender Obst und Gemüse

Kein Onlinekauf

Früher habe ich regelmäßig Dinge online bestellt, seit ein paar Jahren schaffe ich es, fast gar nichts mehr online zu bestellen. Ich versuche möglichst alles bei uns im Ort zu bekommen oder notiere mir Sachen für meinen nächsten Städtebesuch. Probiere es aus und bestelle mal einen Monat nichts online! 

Wunschliste anlegen

Ein absoluter Gamechanger für mich war das Anlegen einer Wunschliste. Ich führe eine Liste in meinen Notizen über Dinge, von denen ich das Gefühl habe dass ich sie gerade unbedingt brauche. Da ich versuche nichts online zu kaufen, notiere ich mir diese Dinge, damit ich bei meinem nächsten Einkaufsbummel bzw. bei einem Städtetrip danach Ausschau halten kann. Oft vergeht bis dahin soviel Zeit, dass mir bewusst wird, dass ich diese Dinge doch gar nicht brauche! 

Faire Bekleidung

Falls ich mal wirklich neue Kleidung benötigen sollte, kaufe ich mittlerweile entweder Second Hand, mache einen Kleidertausch mit Freundinnen oder besuche Fair Fashion Läden. Wichtig ist es hierbei nicht nur auf Bio-Bekleidung zu achten, sondern auch ob die Bekleidung Fair produziert wurde. The ognc hat dazu einen tollen Artikel geschrieben, den ich euch sehr ans Herz legen kann. 

Ausleihen

Über Kleidertausch Parties und Repair-Cafes habe ich bereits geschrieben. Eine dritte Möglichkeit den Produktlebenszyklus von Dingen zu verlängern ist das klassische Ausleihen. Frag bei Freunden nach, ob sie dein notwendiges Produkt haben und dir für eine gewisse Zeit ausleihen könnten. Ich wollte immer einen Entsafter, nachdem ich ihn 2 Wochen von einem Freund ausgeliehen habe, wurde mir klar, dass ich mir das Geld sparen kann! 

Nachhaltige Buchempfehlungen
Lesen verändert

Ich liebe es auch die örtliche Bücherei zu besuchen. Früher habe ich Unmengen von Büchern gekauft, einmal gelesen und dann als Platzhalter im Schrank stehen lassen. Seit ich in die Bücherei gehe, spare ich mir nicht nur Unmengen von Geld (die Mitgliedschaft und das Ausleihen ist tatsächlich gratis!) sondern auch unglaublich viel Platz! 

Selbermachen

Eines meiner größten Hobbies ist es mittlerweile viele Dinge selber zu machen. Egal ob Zahnpasta, Bodybutter, Peeling oder Deo, es macht nicht nur unglaublich viel Spaß, sondern ich spare damit auch wieder Geld und weiß genau welche Dinge in meiner Kosmetik sind. Sobald mir etwas ausgeht machte ich es schnell selber und muss gar nicht erst in Einkaufsladen. Klarspüler, Waschmittel oder auch einfaches Spülmittel ist wirklich kinderleicht selbstgemacht. Probier es am besten einfach mal aus!

Bambuszahnbürsten
Bambuszahnbürsten

Bewusster Konsum leicht gemacht

Ich hoffe es sind ein paar Tipps dabei, die dich ansprechen und die du dir zutraust mal auszuprobieren. Das ganze kann ein erster Schritt in ein unabhängigeres und selbstbestimmtes Leben sein. Du löst dich von den unglaubwürdigen Werbeversprechen und bestimmst selber was du in dein Leben lässt. Bewusster Konsum unterstützt regionale Unternehmen und gibt dir ein besseres Gefühl! Trau dich ruhig mal, Amazon und co den Rücken zu kehren und bestell die Newsletter deiner Lieblingsmarken ab. Probier ein selbstgemachtes Gesichtspeeling aus und meld dich in der Bücherei aus! Glaub mir, es wird dein Leben verändern!

Würde mich freuen zu hören wie es dir mit diesen Tipps geht?! Oder hast du noch weitere Anregungen für einen bewussten Umgang mit unseren Ressourcen?