Gewaltige Mengen an Plastikmüll landen jedes Jahr in unseren Gewässern und im Meer. Aktuell wird das Thema sehr stark diskutiert, ab 2021 gibt es in der EU sogar ein Verbot für Einwegplastik wie Trinkhalme, Geschirr und Wattestäbchen. 

Plastik am Meer
Plastik am Meer

Darum sollten wir auf Plastik verzichten

Alle Abläufe in der Natur sind geschlossene Kreisläufe. Stoffe wandeln sich um und finden eine Wiederverwendung, der Abfall des einen ist die Nahrung des anderen. Außer bei uns Menschen. Wir sind die einzigen Lebewesen, die Müll produzieren, der nicht mehr wieder verwertet wird. Unser Abfall ist zum Großteil hochgradig gefährlich, äußerst langlebig und wird ständig mehr.

Im Folgenden möchte ich dir Tipps und Tricks zeigen wie du mühelos auf Plastik verzichten kannst

Besser leben ohne Plastik beim Einkaufen

Einer der einfachsten Maßnahmen auf Plastik zu verzichten ist beim Einkaufen. Anstatt der Einwegplastiktüte einfach eine Stofftasche mitnehmen. Einige Supermärkte bieten bereits die Möglichkeit an mit dem eigenen Mehrwegbehälter zu kommen. Ich bin überzeugt, dass sich hier die nächsten Monate noch mehr tun wird und wir bald wie selbstverständlich unsere Glasbehälter über die Wursttheke reichen. 

Gemüse und Obst ist mittlerweile sehr oft unverpackt auch im Supermarkt erhältlich. Ansonsten liebe es auf dem Wochenmarkt mich mit Lebensmittel einzudecken. 

Das Gleiche gilt für Brot, diese am besten direkt in einen mitgebrachten Stoffsack füllen lassen. 

Besser leben ohne Plastik im Badezimmer

Gerade im Badezimmer sammelt sich sehr viel Plastik an. Schuld daran sind unzählige Einwegartikel aus Plastik wie Wattestäbchen, Shampoo-Verpackungen und Wattepads. Diese sind meist sehr leicht durch Mehrwegprodukte zu ersetzen. Besondere Vorsicht gilt bei Duschgels und Peelings, genauso bei Zahnpasten und Sonncencreme. Diese bestehen zu einem großen Anteil aus Mikroplastik, das direkt im Wasser landet. Oft ist es nicht gleich ersichtlich ob Mikroplastik enthalten ist. Folgende Inhaltsangaben weisen auf Plastik im Produkt hin. 

ANM, EVA, PA, PE, PES, PET, PI, PP und PUR.

Plastikfreie Ersatzprodukte im Badezimmer

Anstatt Duschgel in der Plastikflasche kannst du einfach eine feste Seife verwenden. Ich kaufe sie am liebsten am lokalen Weihnachtsmarkt ein, so unterstütze ich auch noch ein regionales Unternehmen. 

Anstatt Flüssigseife verwende ich ebenfalls feste Seifeund spare mir somit die Plastikverpackung, wenn du lieber eine Flüssigseife verwendest, kannst du diese auch ganz einfach selber machen. Für die Haare gibt es ebenfalls tolle feste Seifen oder festes Haarshampoo. 

Plastikfrei im Badezimmer
Plastikfrei im Badezimmer

Zum Abschminken setze ich selbstgenähte Pads aus alten Unterhemden ein. 

Anstatt Wattestäbchen mit Plastik gibt es bereits jetzt schon tolle Alternativen aus Papier! 

Beim Toilettenpapier setzen wir auf Recyclingpapier. Um mir den Arsch abzuputzen müssen nicht extra Bäume gefällt werden. Feuchttücher gibt es bei uns nicht, falls dir das jedoch wichtig ist, gibt es von Ringana ein sensationelles Produkt! Eine weitere tolle Möglichkeit ist Happy Po, habe ich aber noch nicht selber ausprobiert. 

Monatshygiene

Anstatt Binden und Tampons, die immer in Plastik verpackt sind und auch sonst aus problematischen Inhaltsstoffen bestehen, kannst du einfach eine Menstruationstasse verwenden. Diese kleinen Silikonbehälter sind nicht nur um Welten billiger sondern auch umweltfreundlich, da es ein Mehrwegprodukt ist. Sie lassen sich auswaschen und auskochen und können bis zu 10 Jahre verwenden werden. 

Mundhygiene ohne Plastik

Auch Zahnbürsten gibt es bereits aus Bambusoder auch Holz. Mit denen konnte ich mich allerdings auch noch nicht ganz anfreunden. Im Moment verwende ich noch meine elektrische Zahnbürste aus Plastik. Ich hoffe, dass sich hier auch bald was tut.

Zahnpasta verwende ich die genialen Zahnputztabs von denttabs und bin sehr zufrieden damit. Ich kaufe sie unverpackt im Unverpacktladen, sie sollten aber auch bald im DM in Österreich zu kaufen sein. Im DM in Deutschland gibt es sie bereits. Selbstgemachte Zahnpasta habe ich ebenfalls schon ausprobiert, war aber nicht ganz davon überzeugt. Zahnpasta ist doppelt schädlich, da die Verpackung meist aus Plastik besteht und für eine größeren Reibungseffekt Mikroplastik zugesetzt wird. 

Bambuszahnbürsten
Bambuszahnbürsten

Gesichtspflege ohne Plastik

Im Bereich Kosmetik bin ich ein absoluter Fan von Ringana, die Produkte sind vegan, tierversuchsfrei und werden in Österreich produziert. Ein Großteil der Produkte kommt in wiederverwendbaren Glasbehältern. Ich verwende davon den Cleanser, das Tonic, das Serum und die Creme und liebe es. 

Plastikfreie Körperpflege

Weiters nutze ich gerne einfaches Arganöl für Gesicht, vor allem am Abend.  Das Öl gibt es im Bioladen in der Lebensmittelabteilung im Glas. Das füll ich mir dann in einen kleinen Glasbehälter und stell ihn ins Bad. An meinen Körper lass ich nur meine selbstgemachte Bodybutter, verwende ich schon seit Jahren und bin ein Riesenfan davon. Meine Haut ist seitdem so schön weich. 

Als Deo nutze ich ebenfalls mein selbstgemachtesaus Natron. Deos gibt es mittlerweile in einer Vielzahl auch im Glas, ohne Mikroplastik und Aluminium im Drogeriemarkt. 

Besser leben ohne Plastik in der Küche

Die Küche ist ein weiterer Bereich indem man sehr einfach ohne Plastik überleben kann. Um Verpackungen zu vermeiden ist die beste Möglichkeit möglichst unverpackt einzukaufen. Unverpacktläden sprießen im Moment in sehr großer Anzahl aus dem Boden und bitten eine perfekte Alternative. Ich fülle die Lebensmittel direkt in einen Glasbehälter oder einen selbstgenähten Stoffsack. Das Einsparpotential ist wirklich enorm, jedoch ist ein Unverpacktladen in der Nähe von Vorteil. In den meisten Supermärkten ist es mittlerweile auch möglich Obst und Gemüse unverpackt einzukaufen. Ich gehe auch gerne bei uns auf den Wochenmarkt oder direkt zum Gemüsebauern. Regional und müllfrei – einfach perfekt. 

Mandelmilch selbstgemacht
Mandelmilch selbstgemacht

Wurst und Käse wird bei uns nur sehr selten gekauft, dann direkt beim Metzger in ein Glasgefäß. In einigen Supermärkten ist es inzwischen möglich, mit dem eigenen Gefäß zu kommen. Milchprodukte verwende ich kaum, als Milchersatz mach ich mir am liebsten eine Nussmilch selber

Selberkochen spart jede Menge Plastik

Selberkochen ist eine weitere Möglichkeit Müll zu sparen. Reste friere ich meist ein und wärme sie später wieder auf. Zum Einfrieren nutze ich alte Marmeladengläser oder sonstige Behälter. Oft verwende ich auch Stoffbeutel (zB. für Brot). 

Als Abdeckung für Speisen nutze ich klassisch einen Teller, den dazugehörigen Deckel oder Wachstücher. Wachstücher sind abwischbar und mehrmals verwendbar. Diese Tücher sind auch ganz einfach selbst herzustellen. 

Küchenutensilien aus Holz

Für die Küchenutensilien verwende ich viele Sachen aus Holz oder Metall. Gerade bei Plastik ist hier zur Vorsicht geraten, da zB: bei Schneidbrettern aus Plastik automatisch winzig kleine Plastikteilchen ins Essen übergehen. Genauso ist es bei Plastikbesteck, durch die Temperaturen beim Umrühren und Kochen können Chemikalien in die Mahlzeit übergehen. 

Mehrweg anstatt Einweg

Für Plastikstrohhalme kann man, wenn man überhaupt einen Strohhalm braucht, Mehrweghalme aus Glas oder Edelstahl verwenden. Im Restaurant am besten direkt bei der Bestellung ohne Strohhalm anmerken. 

Bei Getränken setze ich auf Leitungswasser direkt aus dem Hand. Fast überall im deutschsprachigen Raum ist das Leitungswasser ohne Bedenken konsumierbar. 

Bei uns gibt es nur mehr Stofftaschentücher, sogar im tollen Holzspender oder Papiertaschentücher aus Recycling-Papier. Diese gibt es im Drogeriemarkt im Karton. 

Küchenrolle ersetze ich einfach durch ein Geschirrtuch. Anstatt Wegwerfservietten gibt’s Stoffservietten. 

Besser leben ohne Plastik beim Putzen

Gerade beim Putzen werden richtige Plastik- und Chemieschleudern verwendet. Nicht nur, dass Putzmittel alle in Plastikverpackungen kommen, sie verwenden auch oft Mikroplastik und andere gefährliche Stoffe, die wir lieber nicht in Guli leeren. Klarspüler, Waschmittel und Spülmittel mache ich gerne selber,geht sehr leicht und die dafür verwendeten Produkte wie Kernseife sind oft unverpackt zu bekommen. Im Bioladen meines Vertrauens gibt es auch die Möglichkeit Putzmittel in mitgebrachte Gefäße umzufüllen. Finde ich auch eine tolle Alternative zum Selbermachen. 

Zum Putzen nutze ich am liebsten Baumwolltücher, so gelangen auch keine Plastikteilchen von Mikrofasertüchern ins unsere Flüsse und Meere.  Anstatt eines Plastikschwammes nehm ich eine wiederverwendbare Bürste.

Spülmittel selbstgemacht

Besser leben ohne Plastik im Kleiderschrank

„Kleidung mit Plastik?“ wird sich jetzt vielleicht der eine oder andere denken. Vor allem Mikroplastik ist in sehr vielen synthetischen Kleidungsstücken enthalten. Diese geben Plastikfasern ab, die zu klein sind für die Filter in Waschmaschinen und gelangen so direkt in unsere Flüsse. 

Kleidung ohne Plastik sollte daher ohne Polyester, Nylon, Polyamind oder Elasthan sein. Vor allem Fleece ist eines der größten Mikroplastikproduzenten im Kleiderschrank. 

Baumwolle, Leinen, Wolle und Tencel sind reine Naturfasern und geben kein Mikroplastik ab. Fast Fashion setzt vorzugsweise auf billigeren Stoffe wie Polyamind und Polyster, Fair Fashion Anbietern dagegen auf Naturstoffe. 

Besser leben ohne Plastik unterwegs

Oft höre ich die Meinung, dass man unterwegs oder auf Reisen nur sehr schwer auf Plastik verzichten kann. Natürlich ist es leichter im gewohnten Umfeld ohne Plastik auszukommen. Doch auch unterwegs gibt es ein paar Tricks den Plastikkonsum zu reduzieren. 

Wiederbefüllbare Trinkflaschen und einen Behälter habe ich eigentlich immer dabei. Diese kann ich zum Auffüllen von Wasser und zum Einpacken einer Jause nutzen. 

Anstatt den schnellen Coffee to Go mitzunehmen, sich lieber bequem ins Cafe setzen und das Getränk genießen. Oder alternativ in die Trinkflasche füllen lassen. Das gleiche gilt für das Mittagessen oder den Muffin, den du sonst auf dem Weg essen würdest. 

Besser leben ohne Plastik auf Reisen
Besser leben ohne Plastik auf Reisen

Vorsicht bei falschen Plastik-Alternativen

Plastik anstatt Glas?Glas hat den besseren Ruf als Plastik, dies trifft aber nur auf Mehrwegglas zu, ansonsten ist der Energieaufwand beim Glas-Recycling enorm hoch. 

Einwegglas ist daher keine gute Alternative zu Plastik. Doch Einweg muss nicht Einweg bleiben. Ich verwende Olivengläser für selbstgemachte Marmelade oder zum Einfrieren, nutze es für Geschenke oder andere Dekoartikel. Einfach kreativ werden anstatt gleich wegzuschmeißen. 

Auch Papiertüten sind keine wirklich Alternative wenn man sie nur einmal benutzt. Denn dann schneiden diese sogar umwelttechnisch noch schlechter ab, als Plastiktüten. Bei ihrer Herstellung benötigt eine Papiertüte

  • doppelt so viel Energie wie eine Plastiktüte
  • sehr viel Wasser und
  • umweltbelastende Chemikalien zur Behandlung des Zellstoffs.

Also lieber Mehrweg als Einweg, und zwar bei allen Materialien!

Zusammenfassung für besser leben ohne Plastik

EINKAUFEN 

  • wiederverwendbare Einkaufstausche
  • Mehrwegbehälter für Wurst und Käse
  • Stofftaschen für loses Obst und Gemüse

BADEZIMMER

  • Seife statt Duschgel
  • Festes Haarshampoo statt Shampoo
  • Menstruationstasse statt Wegwerfartikel
  • Naturkosmetik ohne Mikroplastik
  • Wattestäbchen aus Papier
  • Zahnbürste aus Holz
  • Zahnputztabs statt Zahncreme
  • Bodybutter statt Bodylotion

PUTZEN

  • Putzmittel Selbermachen
  • Putzmittel in Behälter abfüllen
  • Baumwolltücher

KLEIDERSCHRANK

  • Naturfasern statt Kunstfasern
  • Vermeidung von Fast Fashion

KÜCHE

  • Unverpackte Lebensmittel statt abgepackte
  • Einfrieren in Glas oder Stoffsack
  • Selberkochen/-machen
  • Küchenutensilien aus Holz oder Edelstahl
  • Glas- oder Edelstahlstrohhalme
  • Wachstücher statt Frischhaltefolie

Was sind deine ultimativen Tipps für weniger Plastik im Alltag?